Chronik

 

27 Jahre Tanzsport in Mannheim – Rheinau

Vor rund 300 Jahren bestand Rheinau nur aus Sanddünen und einem Bauernhof, dem heute noch erhaltenen alten  Relaishaus. Ein Baron von Stengel erbaute unter dem Gespött der Bevölkerung diesen Bauernhof, der heute noch in fast unveränderter Art erhalten geblieben ist. Damals wurde der Baron verlacht, denn so dumm konnte nur ein Hase sein, auf Sanddünen einen Bauernhof zu errichten. Darum erhielt der Baron den Spitznamen „der Sandhas“, der bis heute erhalten geblieben ist.

Vor 46 Jahren im Juli 1963 wurde der Carnevalverein „Die Sandhase“ 1963 e.V. Mannheim-Rheinau gegründet. So wie man damals den Baron von Stengel verlachte, weil er einen  Bauernhof auf Sanddünen erstellte, der seine Existenzberechtigung bis auf den heutigen Tag bewiesen hat, so verlachte man auch das kleine Häuflein, das im Juli 1963 den Carnevalverein “ Die Sandhase “ 1963 e.V. Mannheim-Rheinau gegründet hat. Die Gründer des Vereins machten sich zur Aufgabe, das fastnachtliche Brauchtum und darüber hinaus die Heimatgeschichte zu pflegen. Die Aufgaben des Muttervereins lagen nicht nur im karnevalstischen Bereich, sondern auch in kulturellen Veranstaltungen, die das Ziel hatten, die Integration und die Verbundenheit zwischen den Alt- und Neubürgern Rheinaus zu verbessern. Das traditionelle Rheinauer Sandhasefest war in den früheren Jahren ein gesundes Fundament dieses Ziel zu erreichen und wurde von allen Bewohnern in und um Rheinau angenommen.

S A N D H A S E F E S T  DAS WAREN NOCH ZEITEN

Mit dem Grußwort der Festkönigin,
„Liebe Freunde der Rheinauer Sandhase, liebe Gäste aus nah und fern, zum x. Mal veranstalten wir unser inzwischen weit über Rheinaus Grenzen bekanntes, Rheinauer Sandhasefest. Es ist für mich eine Freude und Ehre zugleich, in diesem Jahr Ihre Festkönigin zu sein. Ich wünsche Ihnen im Kreise der großen Sandhasefamilie schöne und vergnügte Stunden. Machen Sie es sowie ich, seien Sie lustig und lassen Sie sich vom Humor der Sandhase anstecken. Ihr Frohsinn ist der schönste Dank an die Aktiven des RCV´s, die dieses 5-tägige Fest planen und durchführen. Nun möchte ich Sie auffordern, mit mir in den Ruf aller Rheinauer Sandhase einzustimmen:
Auf Sie liebe Gäste, auf das x. Rheinauer Sandhasefest auf ein gutes Gelingen und einen Harmonischen Verlauf der Veranstaltungen
3 kräftige
Sandhase hopp,
Sandhase hopp,
Sandhase hopp, hopp, hopp
Ihre Festkönigin“
wird seit 1963 am ersten Septemberwochenende das Rheinauer Sandhasefest eröffnet.

Über diese 5 Tage wurde das gesamte Fest mit allen Veranstaltungen bis 1992 durch den Verein, RCV „Die Sandhase“,  selbst durchgeführt. Seit 1993 wurde dieses Fest an einen Festwirt vergeben, der diese Veranstaltung unter den Namen „Sandhasefest“ weiterführt. Die Wahl der Festkönigin des Vereins wurde sehr oft aus den Mädchen der Offiziersgarde getroffen, die auch heute noch dem Gardetanzsport und somit dem TSV Mannheim-Rheinau verbunden sind.

Zu einem Carnevalverein gehören nicht nur Senatoren, Elferräte und Musikzüge, sondern auch Tanzgarden. Deshalb wird das äußere Erscheinungsbild der einzelnen Karnevalsvereine auch im wesentlichen durch das Vorhandensein von Tanzgarden und ihrer Größe mitbestimmt.

Aus diesem Grunde wurde im Jahre 1964 eine Tanz- und Offiziersgarde sowie eine Nachwuchsgarde unter dem damaligen Präsidenten Boris Bockelmann innerhalb des 1. Rheinauer Carnevalverein von 1963 e.V. „Die Sandhase“ gegründet. Unter dem damaligen Gardeminister Rudi Schwinn tatkräftig unterstützt von Dieter Reuss, Leander Bausch, Wolfgang Göck, Georg Wolf und zahlreichen anderen Elferräten, wurde die Garde kontinuierlich aufgebaut.

Ein weiteres Standbein des RCV „Die Sandhase“ war der Musikzug und die Wandergruppe. „Hasebuwe“. Der Verein, RCV „Die Sandhase“, entwickelte sich innerhalb seines Vorortes Rheinau hervorragend. Mit zunehmender Größe des Vereins gab es aber auch bald eine Eigendynamik der einzelnen Gruppen, die ihre eigenen Interessen und ihren ideellen Zweck selbst wahrnehmen wollten. Unter der musikalischen Leitung von Siegfried Knoblauch arbeitete sich der Musikzug der Sandhase zu einem der besten Spielmannszüge Deutschlands hoch.

Durch ein neues Konzept wollte der damalige Verantwortliche des Musikzuges, Herr Paul Knoblauch, den musikalischen Bereich noch stärker und professioneller ausbauen. Trotz vieler Gespräche zwischen der damaligen Vorstandschaft des Muttervereins und den Verantwortlichen des Musikzugs konnte keine Einigung über ein neues Konzept erzielt werden. Dieses führte im Jahre 1988 zur Gründung eines neuen Musikzugs, der Kurpfälzer Schloßgarde.

Auch im Bereich der Gardetanzformationen wurde seit 1984, zunächst durch Willi Schneckenberger, sehr intensiv an einer Neuorganisation gearbeitet. Der eigentliche Wandel vom „nur“ kulturtreibenden Verein zum tanzsporttreibenden Verein begann in den Jahren 1986/1987.

In dieser Zeit wurde wieder angefangen, sich an einzelnen Turnieren, zunächst beim dem Bund deutscher Karneval e.V. (BDK) und danach beim Deutschen Verband für Gardetanzsport (DVG), zu beteiligen.  Durch das ansteigende Interesse am Gardetanz als Sport und auch über die Karnevalzeit (zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch) hinaus wurde Anfang 1989 der endgültige Schritt in Richtung zum tanzsporttreibenden Verein getan.

In der Gaststätte der TSG Rheinau wurde am 15. Februar 1989 durch Udo Manz und weitere 42 Anwesende der Tanzsportverein Mannheim-Rheinau gegründet. Durch einen Vertrag mit dem 1. Rhei-nauer Carnevalverein “ Die Sandhase “ wurden die Interessen des Muttervereins „RCV“ für die Auftritte der Gardetanzformationen, insbesondere bei den Eigenveranstaltungen während der Kampagne, abgesichert. Weiterhin wollte man mit diesem Vertrag auch die Verbundenheit zwischen den beiden Vereinen nach außen dokumentieren.

Die größten Probleme für den TSV im Gründungsjahr waren die Antworten auf die Fragen, in welchen Verband sollen wir bzw. müssen wir eintreten und wie können wir die Tanzkostüme für unsere Formationen finanzieren. Die Entscheidung in welchen Gardetanzverband wir  gehen wollen bzw.  müssen, war für alle Beteiligte nicht einfach. Zum einem waren alle unsere durch den Karnevalsverein befreundete Vereine im Bund Deutscher Karneval (BDK), zum anderen durften und dürfen BDK-Vereine an keinem Turnier anderer Gardetanzsportverbände teilnehmen. Auf der anderen Seite ist der, im September 1986 neu gegründete Deutsche Verband für Bühnentanzsport (DVB) bzw. 1987 umbenannt in Deutscher Verband für Gardetanzsport (DVG), der das alleinige Vertretungsrecht für den Fachbereich Gardetanz innerhalb des Deutschen Tanzsportverbandes hat und somit Mitglied im Deutschen Sport-bund (DSB) ist. Bei diesem Verband gibt es allerdings kein Verbot, daß bei anderen Gardetanzverbänden getanzt werden kann. Für unseren Verein, den TSV Mannheim – Rheinau e.V.,  war es schwer zu verstehen, daß es mehrere gleichartige Gardetanzverbände gibt, die das Gleiche tun und damals wie heute keine Möglichkeiten sehen, den Gardetanz als gemeinsame Sache sportlich zu betreiben. Nach vielen Gesprächen entschied sich der TSV für den Deutschen Verband für Gardetanzsport (DVG), da nur dieser Verband Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB) über den Deutschen Tanzsportverband (DTV) ist.

Das andere Problem, die Anschaffung der Tanzkostüme, konnte aufgrund der Mithilfe von Gönnern des Vereins mehr als zufriedenstellend gelöst werden. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die uns in den letzten fünf Jahren mit Rat und Tat sowie mit finanziellen Mitteln zur Seite gestanden haben.  Ohne die Hilfe dieses Personenkreises wäre manches im TSV bis heute nicht möglich gewesen. Mit Eintritt in den Deutschen Verband für Gardetanzsport (DVG) erfolgte gleichzeitig die Aufnahme in den Deutschen Tanzsportverband (DTV) und in den Tanzsportverband Baden-Württemberg (TBW).

Bereits im Jahre der Vereinsgründung expandierte die Gardetanzsportabteilung sehr stark und die Trainingsabende mußten neu koordiniert werden. Durch den Beitritt in die große DSB-Sportfamilie begann für den TSV die fachliche Ausbildung seiner jungen Lehr-kräfte. Zwischenzeitlich verfügt der Verein über vier DSB-Übungsleiterinnen, Irene Rümmler, Elvira Winterkorn für den Bereich Garde- und Schautanz.

Wie schwer es ist, sportliche Erfolge zu erzielen, mußten alle Verantwortlichen des Vereins erkennen. Durch die unermüdliche Trainingsarbeit konnte der TSV zahlreiche Erfolge bei Deutschen und Europameisterschaften ertanzen.


Der Verein ist sehr stolz auf das bisher Erreichte, denn einer seiner weiteren Schwerpunkte ist es, unter den Jugendlichen das Kameradschafts- und Zusammengehörigkeitgefühl zu stärken. Die Jugendarbeit des TSV hat das Ziel, die Jugend über den Sport zusammenzubringen, um gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln und Erlebnisse zu haben.

Deshalb wurde im Januar 1994 eine Jazz- und Schautanzabteilung in allen Altersgruppen, mit dem Namen „Street Dancers“, gegründet. Für diesen Bereich sind unsere Fachübungsleiterinnen, Irene Rümmler und Elvira Winterkorn, die bereits seit Jahren in diesem Bereich für den TSV mehr als erfolgreich tätig sind, zuständig.

Durch die Abtrennung des Jazz- und Schautanzbereiches für alle Altersklassen wird eine noch bessere und kontinuierliche Weiterentwicklung im Schüler- und Jugendbereich erwartet. Der  Deutsche Tanzsportverband hat den Trend in den Jazz- bzw. Modern-Bereich frühzeitig erkannt und gab den Vereinen, die auf diesem Tanzgebiet tätig sind, die Möglichkeit eines sportlichen Vergleiches.

jaz

Mit einem Übungsabend im Gesellschaftstanz hat es angefangen, dass sich Personen gefunden haben, die gerne in netter Gesellschaft und zu angenehmer Musik tanzen lernen wollten. Durch die intensive Aufbauarbeit von Ursula Diefenbach und den heutigen Übungsleitern Heide Jester und Joachim Buchholz hat sich unsere Abteilung Tanzkreis, der insbesondere den Breitensport in den Standard- und lateinamerikanischen Tänzen pflegt, mit ca. 22 Mitgliedern ausgezeichnet entwickelt.

Diese Abteilung ist ebenfalls eine der wichtigsten Säulen des Vereins, da auch hier das Miteinander insbesondere in gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten im Vordergrund steht. Viele der Mitglieder verbinden das Hobby Tanzen mit den anderen angenehmen Seiten innerhalb eines Vereins. Mit dem Slogan, „Wer in Rheinau tanzt, soll in den TSV“, wurden weitere Tanzgruppen gegründet.

Der gesellschaftliche Höhepunkt im TSV war und ist die jährliche im Dezember stattfindende Ballnacht. An diesem Vereinsball können alle Gäste und Mitglieder zu den Klängen der Tanzkapelle, sowie bei den Auftritten unserer Tanzformationen unterhaltsam, das jeweilige Jahr gemeinsam beschließen. Der Erfolg gibt uns recht, da das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Aktivitäten der einzelnen Abteilungen einen hohen Stellenwert besitzen. Aufgrund der Entwicklung findet im Frühjahr sowie im Herbst für alle Tanzbegeisterte ein Tanztee statt.

Durch den Neuzugang Erika Schmaltz, konnte der Verein eine Frau gewinnen,die im Rhein-Neckar-Raum zu einer der erfolgreichsten, vielseitigsten und kreativsten Trainerinnen gehört. Zahlreiche Formationen und auch andere tanzsporttreibende Gruppen haben durch sie Erfolge erzielen können. Im April 1993 wurde durch sie eine Showdancegruppe, die Ladies, aufgebaut, die einen immer größeren Zulauf hat.

Diese 1993 gegründete Abteilung „ die Ladies “ des Tanzsportverein Mannheim – Rheinau e.V. -ist seit Jahren auf allen Vereinsfesten, Geburtstagsfeiern, Partys und vielen anderen Anlässen

der absolute Höhepunkt. Mit ihrem reichhaltigen Angebot an Tänzen verstehen sie jedes Publikum zu begeistern. Sie sind eine der Garanten des Tanzsportvereins.

 

Im Herbst 1994 wurede eine Abteilung tänzerische Früherziehung für Kinder ab 4 Jahre gegründet. Diese Abteilung für Kinder ab 4 Jahren ist die Zukunft unseres Vereines. Bei der tänzerischen Früherziehung werden die Kinder langsam und spielerisch damit vertraut gemacht sich zur Musik zu bewegen und erste tänzerische Grundlagen geschaffen um sie später in unsere Tanzformationen zu integrieren.

 

Der TSV Mannheim – Rheinau e.V., mit seinen derzeit ca. 100 Mitgliedern ( davon ca. 75 Jugendliche ), sieht sein Aufgabengebiet nicht nur im Sportbereich, sondern möchte allen seinen Mitgliedern auch ein Kameradschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln. Für den Jugendbereich werden u.a. Ausflüge und Jugendfreizeiten ausgeschrieben. So wurden einwöchige Jugendfreizeiten in den Pfingstferien nach Berchtesgaden und Oberstdorf oder Tagesausflüge in die Ferienparks in Rust, Brühl und  Haßloch unternommen.